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Unerfüllter Kinderwunsch

Abklärungen

Die Abklärungen beim unterfüllten Kinderwunsch sollten bei Mann und Frau durchgeführt werden.

Beim Mann sollte ein sogenanntes Spermiogramm gemacht werden. Aus diesem kann abgelesen werden, ob Anzahl, Form und Beweglichkeit der Spermien im Normalbereich liegen. Für ein solches Spermiogramm überweisen wir die Patienten an externe Labors und gegebenenfalls zu einem spezialisierten Urologen, falls weitere Abklärungen notwendig sind.

Bei der Frau sind prinzipiell folgende Abklärungen zu empfehlen: Die Hormonanalyse und Ultraschalluntersuchungen zu verschiedenen Zeitpunkten des Zyklus. Damit erhalten wir eine Information zum Zeitpunkt des Eisprunges (der Ovulation) und zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Mittels Ultraschall kann aber auch die Innenstruktur der Gebärmutter wie auch die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft werden (HysteroHydroSonografie). Bei Frauen mit sehr starken Menstruationsbeschwerden, bei denen eine sogenannte Endometriose vermutet werden muss, kann ggf. eine Bauchspiegelung zum Auffinden, bzw. zur Behandlung der Endometriose erforderlich sein. Welche Abklärungen in Ihrem Fall notwendig sind, finden wir im persönlichen Gespräch heraus.

Alle o.g. Untersuchungen werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen.

Therapien

Welche Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch schlussendlich empfohlen wird, hängt von der Ursache ab. Wir werden mit Ihnen gemeinsam ein ganzheitliches Behandlungskonzept im Sinne eines Stufenplanes erstellen unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Wünsche und Bedürfnisse. Die Kosten für Ovulationsinduktion (12 Zyklen) und Insemination (3 Versuche) werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Um eine Kostenzusage zu erhalten, werden wir vorab ein Übernahmegesuch bei Ihrer Krankenkasse stellen.
Ovulationsinduktion
Diese Behandlung kann im Rahmen einer Inseminationsbehandlung und speziell bei Frauen mit fehlendem Eisprung angezeigt sein. Unter Ovulationsinduktion versteht man die Herbeiführung und das Auslösen eines Eisprungs. Die ist mit der Einnahme von Medikamenten verbunden, welche das Heranreifen des Eis fördern.

Mittels Ultraschallkontrolle wird die Entwicklung des Eis, beziehungsweise des Follikels kontrolliert. Je nach Situation empfehlen wir dann zu gegebenen Zeitraum Geschlechtsverkehr oder eine Insemination. Eine hormonelle Behandlung kann auch bei Frauen mit funktionierendem Zyklus angezeigt sein da der Zyklus durch die Behandlung quasi einen Eisprung garantiert und der Zyklus besser zu steuern ist.
Insemination
Bei der Insemination werden die bei uns in der Praxis durch Zentrifugation aufbereiteten Spermien in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Dieser Vorgang ist schmerzlos und hat zum Ziel, die Distanz, quasi den zurückzulegenden Weg für die Spermien, zwischen Ei und Spermien zu verringern.

Eine Kombination aus Ovulationsindukation und Insemination erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft pro Zyklus. Bei Paaren, bei denen diese Art der Behandlung nicht zum Erfolg führt, ist in den meisten Fällen eine In Vitro Behandlung (IVF) zu empfehlen.
IVF/ ICSI
Bei manchen Paaren ist aufgrund weiblicher, männlicher oder beiderseitiger Ursache (z.B. Verschluss der Eileiter, geminderte Spermienqualität, Nichterfolg von Ovulationsinduktion/ Inseminationen oder anderer Faktoren) eine künstliche Befruchtung (IVF/ ICSI) angezeigt.

Diese führen wir in unserer Praxis nicht durch, beraten Sie allerdings gerne -unabhängig- über Ablauf, Chancen und Risiken der Behandlung und überweisen Sie -falls gewünscht- in das Kinderwunschzentrum Ihrer Wahl.

Unter einer IVF versteht man eine künstliche Befruchtung im Reagenzglas. Hierzu werden der Frau Hormone verabreicht, die in den Eierstöcken zu einer Überproduktion an Eibläschen führt. Mittels Ultraschall werden – meist unter einer Kurznarkose- die reifen Eizellen entnommen und jede Eizelle befruchtet. Dazu wird meist die Methode ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjection) angewandt, bei der in jede Eizelle ein Spermium injiziert wird. Die befruchteten Eizellen werden dann nach 3-5 Tagen bei der Frau eingesetzt. Dies ist völlig schmerzfrei und es benötigt keine Narkose. Heutzutage empfiehlt man, besonders bei jungen Frauen, den sogenannten single embryo transfer. Dies bedeutet, dass man nur einen Embryo einsetzt, was die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge minimiert und dadurch das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen.

Weitere Aspekte

Falls Sie sich für eine Kinderwunschbehandlung im Ausland entscheiden sollten, können wir Sie diesbezüglich gerne beraten sowie notwendige Voruntersuchungen und begleitende Ultraschall- und Laboruntersuchungen durchführen

Seit 2017 ist in der Schweiz die PID (Präimplantationsdiagnostik) für bestimmte Indikationen erlaubt. Mehr Informationen dazu finden Sie auf dieser Unterseite.

So auch zu den psychologische Aspekte des unerfüllten Kinderwunsches und der Rolle des Alters der Frau.
Dr. med. Friederike Bender Dr. med. Friederike Bender
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, FMH

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